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Louis Braille-Blindenschrift

Im angesicht Louis Braille


Als Kind erblindet, entwickelt er mit 16 die nach ihm ernannte Blindenschrift
 
Wir schreiben das Jahr 1812, der dreijährige Louis Braille spielt in der Sattler-Werkstatt seines Vaters und versucht mit aller Kraft mit einer spitzen Ahle ein Stück Leder zu durchbohren. Doch der kleine Junge rutscht mit dem Werkzeug an der harten Oberfläche ab und sticht sich mit der Ahle in ein Auge. Der Unfall kostet ihn sein Augenlicht – und eröffnet später unzähligen Blinden das Licht des Lesens und Schreibens.
 
Ein Arzt in Brailles Geburtsstadt Coupvray versorgt nach dem tragischen Unfall das verletzte Auge und arrangiert für den nächsten Tag einen Termin bei einem angesehenen Chirurgen im nahe gelegenen Paris. Aber auch der kann Louis’ Auge nicht retten, die Wunde entzündet sich, wochenlang leidet der Dreijährige unter Schmerzen. Doch es kommt noch schlimmer: Die Infektion greift auf das unverletzte Auge über, schädigt auch dieses – und mit erst fünf Jahren ist Louis Braille vollständig erblindet.
Anders als im frühen 19. Jahrhundert üblich, versuchen seine Eltern ihren blinden Sohn genauso zu erziehen wie andere Kinder, und er lernt, seine Blindheit zu akzeptieren. Louis ist ein wissbegieriges, intelligentes und fleißiges Kind, das gern und viel lernt. So beginnt er schon früh darüber nachzudenken, wie eine Schrift für Blinde aussehen könnte. Erste Anregungen kommen von seinem Vater, der Nägel in ein Brett geschlagen haben soll, die die Buchstaben darstellten.
 
Mit den Fingern lesen
Mit zehn Jahren wird der Junge in Paris an der ersten Blindenschule der Welt aufgenommen, dem Nationalen Institut für junge Blinde. Auch wenn die unterfinanzierte Schule in schlechtem Zustand ist – die Räume sind klein, dunkel und feucht –, macht Louis Braille hier entscheidende Fortschritte. In der Bibliothek gibt es Bücher in Reliefschrift, bei der die lateinischen Buchstaben erhaben sind, damit die blinden Schüler sie ertasten können. Für die sehenden Lehrer ist der Umgang mit dieser Schrift einfach, die Schüler plagen sich jedoch damit herum, da die Bücher unhandlich sind und es lange dauert sie zu entziffern – denn diese Buchstaben wurden für das Lesen mit den Augen und nicht für das Ertasten ent-wickelt. Außerdem können die Kinder die Reliefschrift nur lesen, aber nicht schreiben.
 
6 Punkte = 64 Kombinationen
Trotz ihrer Schwächen bestärken diese Bücher Louis Braille in dem Gedanken, dass Blinde mit dem Tastsinn lesen könnten, wenn es nur eine geeignete Schrift gäbe. In den Sommerferien experimentiert der Schüler in der väterlichen Werkstatt mit Lederstücken, um eine fühlbare Blindenschrift zu gestalten, ist aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Mit elf Jahren bekommt der Junge dann aber den entscheidenden Impuls, als er die „Nachtschrift“ des Offiziers Charles Barbier kennenlernt, mit der Soldaten sich bei Nacht still und vom Feind unbemerkt verständigen können. Der Heranwachsende erkennt das Potenzial, das in dem komplizierten System steckt, in dem Punkte und Striche die Buchstaben und Zahlen darstellen.
 
Mehrere Jahre arbeitet der Jugendliche eifrig daran, diese Schrift zu vervollkommnen und an die Bedürfnisse der Blinden anzupassen. Dann ist es endlich soweit: Mit erst 15 oder 16 Jahren (je nach Quelle) stellt Braille seine Blindenschrift fertig. Die Grundidee: Man presst von hinten Punkte in das Papier, die dann als Erhöhungen zu ertasten sind. Die Punkte sind dabei wie bei der Sechs auf einem Würfel angeordnet: drei in der Höhe und zwei in der Breite – so werden 64 verschiedene Kombinationen möglich, die z.B. jeweils für bestimmte Buchstaben oder Zahlen stehen. Als der junge Louis seine Schrift entwickelt, drückt er dabei die Punkte einzeln mit einer Ahle in das Papier – dem Instrument, das ihm das Augenlicht genommen hatte.
 
Der verbotene Welterfolg
Bei seinen Mitschülern kommt die Schrift gut an, sie wird an der Blindenschule jedoch verboten, da der Direktor befürchtet, die Blinden könnten sich isolieren, wenn sie eine eigene Schrift hätten, die die Sehenden nicht lesen können. Nicht alle Schüler halten sich aber an das Verbot. In den Folgejahren arbeitet Braille zunächst als Hilfslehrer und ab 1833 als Professor an seiner alten Schule. Dabei wird er immer wieder für seine Schrift angefeindet, da sie nicht den traditionellen Lehrmethoden entspricht. Völlig neu ist auch die Notenschrift, die der musikbegeisterte Braille 1828 entwickelt: Mit ihr legt der Organist, der in zahlreichen französischen Kirchen spielt, die bis heute gültige Grundlage dafür, dass auch Blinde Berufsmusiker werden können. Als die Brailleschrift 1850 offiziell an französischen Blindenschulen eingeführt wird, lehrt ihr erkrankter Erfinder dort nicht mehr. Den internationalen Sieges-zug seiner Punktschrift – und die Entwicklung spezieller Brailleschriften, z. B. für Mathematik oder Chemie – erlebt Louis Braille nicht mehr: Am 6. Januar 1852 erliegt der Franzose, der Blinden in aller Welt die Tore zur Bildung öffnete, zwei Tage nach seinem 43. Geburtstag der Tuberkulose. Sein Name und seine Schrift haben die Zeit überdauert.
 
CJ / Foto: DBSV
 
 
 




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